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Biologische Realität und Evolutionsmodelle

Die oben ausgeführten biologischen Tatsachen und Erkenntnisse über die natürliche Evolution auf unserem Planeten haben in diesem Jahrhundert viele Forscher dazu motiviert, die Grundprinzipien der Evolution in vereinfachten Modellen zu beschreiben und/oder zu simulieren. Viele Ansätze beziehen sich auf Modelle der präbiotischen Evolution, siehe [3], [4], [22], [26], [35], [56] und [61]. Einige Autoren betonen weniger die Realitätsbezogenheit, versuchen aber mit mathematisch exakten Ansätzen, einfachste Modelle für Evolution zu beschreiben [13], deren Vorhersagen mit den Egebnissen von komplizierteren, nicht mehr analytisch beschreibbaren Modellen verglichen werden können. Im Zeitalter der computergestützten (engl. ,,computational``) Forschung wird der Schwerpunkt immer häufiger auf Simulationen von Evolutionsmodellen gelegt, wobei die Dynamik der Evolution mehr als das Ergebnis im Vordergrund steht. Viele Ansätze der neueren Veröffentlichungen (z.B. in [41] und [43], sowie [62]) basieren auf komplizierten räumlichen Modellen, in denen die zeitliche Entwicklung einer Population von Invidiuen in einer konkreten (physikalischen) Umwelt simuliert wird. Dank moderner Rechenanlagen in Parallelarchitektur sind inzwischen auch Realzeitsimulationen von Populationen möglich (siehe z.B. [34]), so daß die Details einer Entwicklung immer genauer verfolgt werden können.

Die vorliegende Arbeit befaßt sich weniger mit Modellen für eine realistische biologische Evolution, sondern vielmehr mit Modellen für die zeitliche Entwicklung einer Population von primitiven Einheiten in einer abstrakten Umgebung, wobei jedoch die Grundbestandteile und Algorithmen in enger Anlehnung an die Erkenntnisse über die natürliche Evolution gewählt werden.


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RW 2008-07-16