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Charakteristische Eigenschaften der Spezies

Im folgenden Abschnitt werden einige wesentliche Merkmale der Spezies für die im Rahmen dieser Diplomarbeit vorgestellten Modelle zusammengefaßt. Die Existenzdauern der einzelnen Spezies sind einerseits der wichtigste Hinweis auf eine wirksame Selektion. Andererseits wären sie auch ein möglicher Indikator für eine offene Evolution, wenn z.B. eine Existenzdauerverteilung in der Form eines Potenzgesetzes vorliegen würde.




Tabelle: Gegenüberstellung der maximalen Speziesexistenzdauern
$t_{sim}$ Zufallsversion Selektionsmodell
Sortiermodell, 128 Individuen, Ww.-Matrix 1
$10^4$ 266 4652
$10^5$ 370 $> 10^4$
Sortiermodell, 128 Individuen, Ww.-Matrix 2
$10^4$ 249 8702
Nullsummenmodell, 128 Individuen
$10^4$ 221 308
Turniermodell, 128 Individuen
$10^4$ 231 2689
Turniermodell, 100 Individuen
$10^4$ 245 3384
$10^5$ 284 6933
$10^6$ 429 8544
Turniermodell, 220 Individuen
$10^4$ 280 1188
Turniermodell, 500 Individuen
$10^4$ 326 7778
Energiemodell, $\simeq 220$ Individuen, $E_s=2 \times E_K$
$10^4$ 515 735
$10^5$ 2788 5070
Energiemodell, $\simeq 130$ Individuen, $E_s=2 \times E_K$
$10^4$ 1240 1891

Die maximalen Existenzdauern der Spezies sind in Tabelle  12 für unterschiedliche Simulationsdauern von $t_{sim} = 10^4$, $t_{sim} = 10^5$ und $t_{sim}=10^6$ für die verschiedenen Modelle und ihre zugehörige Zufallsversion gegenübergestellt. Wie aus dieser Tabelle hervorgeht, ist in der Zufallsversion eine schwächere Abhängigkeit der maximalen Existenzdauer von der Simulationszeit gegeben, während im eigentlichen Modell zum einen wesentlich höhere Werte für $t_{exist,max}$ bei gleicher Simulationsdauer und zum anderen ein Ansteigen dieser Werte bei einer längeren Simulationsdauer zu verzeichnen sind. Die Werte des Nullsummenmodells dagegen zeigen keine systematischen Unterschiede für Selektion und Zufallsmodell, was wegen der destabilisierenden Wirkung der Nullsummenwechselwirkung verständlich ist. Durch die längere mittlere Lebensdauer der Individuen ist das systematisch höhere Alter in den Simulationen des Energieflußmodells verständlich. Aus den Abbildungen der Existenzdauerverteilungen ist außerdem erkennbar, daß im Zufallsmodell jeweils ein deutliches ,,Abknicken`` auftritt. Der jeweilige Vergleich mit einer halblogarithmischen Skala zeigt, daß die Verteilung asymptotisch exponentiellen Charakter hat, während in den Selektionsmodellen ein Potenzverhalten im Bereich mittlerer bis hoher Existenzdauern auftritt. Die Einträge für die kürzeren Zeiten sind in den Energieflußmodellen durch die spezielle Dynamik eines Modells verzerrt (z.B. durch die Vorgabe eines bestimmten Schwelle-Kosten-Verhältnis), so daß die dortigen Werte nicht repräsentativ für ein universelles Verhalten sind. Die maximalen Existenzdauern sind bei relativ kurzen Simulationsdauern ebenfalls durch die lokale Dynamik beeinflußt, z.B. durch das (von der Anfangspopulation abhängige) zufällige Auftreten eines besonders langlebigen Zustands während des ,,Einschwingvorgangs``. Ein Vergleich der Speziesexistenzdauern der unterschiedlichen Modelle zeigt jedoch, daß bei genügend langer Simulationsdauer über einen großen Bereich ein Potenzgesetz gilt.


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RW 2008-07-16